Malik Fiqh Teil 4.1

Maliki fiqh teil 4 – warum Medina? 
Imam Malik betrachtete Medina als eine Stadt mit einzigartigem Status. Allein 10.000 Sahaba sind in Baqia dort begraben. Abu Bakr, Umar, Uthman regierten in dieser Stadt als Kalifen.
Malik betrachtete ebenfalls die Gelehrten von Medina als Gelehrte mit einzigartigem Status. Sie lasen nicht nur einfach Ahadith, sie erlebten die Praxis des Islam lebendig. Ein gelebter Islam, welcher nicht in Büchern studiert wird. 
Es gab eine kleine Diskussion zwischen einem Iraqi Gelehrten und Imam Malik über die Größe eines S’a. Er schickte jemanden, der seinen S’a holen sollte und gab an, das dieser von einem Sahabi ist weitergegeben an seinen Großvater dann seinen Vater und nun an ihn. 
[Hamza Yusuf – Einführung in den Fiqh von Imam Malik] 
(Sprich: sein S’a war das tatsächliche Gefäß, mit dem ein Sahabi gemessen hat.) 
(Foto: Wikipedia)

Maliki Fiqh Teil 4

Usuul (Grundlagen / Quellen) des malikitischen fiqh
Die malikitische Schule akzeptiert fast alle Rechtsquellen im Gegensatz zu anderen Schulen. 
Die Quellen
1. Qur’an (das unerschaffene, gesprochene Wort Allahs) 
2. Sunnah (Aussagen, Taten, stillschweigen des Gesandten Allahs [s]) 
3. Aml ahl Medina (die Taten der Bewohner von Medina. Imam Malik sah dies als den gelebten Islam, der die Stärke eines Mutawatir hadith besaß – so kann es sein, dass die Taten der Leute Medinas einen Hadith ‘ausklammern’.) 
4. Ijma’ (Konsens) 
5. Qiyas (Analogieschluss – wenn Wein aufgrund des Rasches verboten ist, ist es Cannabis ebenfalls.) 
6. Aussage eines Sahabi (Gefährten) 
7. Istihsan (etwas für gut halten – wenn der Qiyas zu etwas führt, das nicht im Sinne des Ziels der Sharia ist, wird auf istihasan übergegangen.) 
8. Istislah (etwas für nützlich halten – 3 Arten des Nutzen: a) in Qur’an und Sunnah erwähnt und erlaubt b) in Qur’an und Sunnah erwähnt und verboten [Wein] c) nicht erwähnt in Qur’an und Sunnah und widerspricht nicht einem Fundament der Sharia. 
9. Sadd al zara (sperren des Weg des Schädlichen – bsp weise: Verkauf von Trauben wenn man weiß das Wein hergestellt wird.) 
10. Muaratu khilaf

Rücksicht auf andere Meinungen 
11. Urf (Tradition eines Volkes)

​Maliki Fiqh teil 3 – der talfiiq

Maliki Fiqh teil 3 – der talfiiq
Eine gültige Meinung ist es, verschiedene Meinungen aus verschiedenen Rechtsschulen zu nehmen. Nur ist es nicht in Ordnung, sich jeweils die leichteste zu nehmen, da dadurch die Religion verschwinden könnte. 
Beispielsweise kann eine Frau (die schonmal verheiratet war) im Hanafi madhab ohne Waliy heiraten. 

Im Maliki madhab sind shuhud nicht zwingend notwendig 

und im Hanbali oder Hanafi madhab muss die Brautgabe nicht materiell sein. 

Das heißt man könnte heiraten, ohne Heirat. 
[Hamza Yusuf – Einführung in die malikitische Rechtsschule]

​Maliki fiqh Teil 2

Maliki fiqh Teil 2
“Imam Malik sah sich selbst nicht als der Begründer des Madhab, sondern eher als Traditionalist der Schule von Medina. 
Imam shafii jedoch erreichte die Stufe des Mujtahid Mutlaq, für ihn war es nicht angebracht zu folgen, so gab es zwischen ihm und seinem Lehrer Malik einige Meinungsverschiedenheiten. 
Imam Abu Hanifa hatte seine eigene Schule in Iraq und seine Ansichten sind wie die seiner Lehrer auch viel auf Logik aufgebaut. 
Imam Ahmads Madhab wurde von manchen frühen Gelehrten nicht als Rechtsschule angesehen. Denn seine zentrale Rolle waren Ahadith. So hat man in seinem Madhab manchmal mehrere Meiningen zu einem Thema […]
Außerdem gibt es noch die Zahiritische Schule von Abu Dawud Az zahri. Er lehnte den Qiyas (Analogieschluss) ab. Seine Schule starb im 8 jh. aus, doch auch heute gibt es noch Minderheiten, die seine Methodik befolgen. 
Der Madhab von Imam Malik ist ein Madhab des Hadith. Er ist ein Körper von Wissen, welches gesammelt und katalogisiert und über die Jahrhunderte studiert wurde. 
Die Rechtsschule ist niemals statisch. Vielmehr folgen ihre Gelehrten einer Methode und haben so manchmal eine andere Meinung zu bestimmten Themen. 
Mashuur – Mehrheit der Gelehrten sind dieser Meinung

Rajih – Stärkerer Beweis
[Hamza Yusuf : Einführung in die malikitische Rechtsschule] 
(Neben Qur’an und Sunnah sind die ‘Taten der Leute von Medina’ [‘aml ahl Medina] ein Ausschlag gebendes Kriterium im Madhab)
(Möge Allah (swt) diesen großartigen Gelehrten der Rechtsschulen das Paradies ermöglichen. Ich habe großen Respekt vor der Stufe die sie erreicht haben mit Allahs (swt) Erlaubnis.) 
(Foto: Wikipedia)